Klimawandel: Eine Herausforderung für Europa und Zypern

27. - 29. November 2009 in Nikosia

Inhalt:

Zweite Nachhaltigkeitskonferenz des Deutsch-Zyprischen Forums in Kooperation mit Friends of Nature Cyprus 27. - 29. November 2009 im Goethe-Zentrum Nikosia

Gefördert vom Auswärtigen Amt und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt 

Kurzbericht

Die Konferenz "Climate Change: A Challenge for Europe and Cyprus", organisiert durch das Deutsch-Zyprische Forum (DZF) und den NaturFreunden Zyperns (Friends of Nature Cyprus) fand zwischen dem 27. und 29. November im Goethe Zentrum, in der Pufferzone Nikosias, Zypern, statt.

 

Die bikommunale Klimakonferenz in Nikosia endete am Sonntag, dem 29. November, mit der klaren Verpflichtung aller Teilnehmer, das Interesse der Öffentlichkeit stärker denn je auf den Klimawandel zu lenken. Der Klimawandel ist das zur Zeit gefährlichste Problem, mit dem die Menschheit konfrontiert ist. In den drei Tagen der Konferenz wurden die drängendsten Fragen diskutiert, die sich aus dem Klimawandel ergeben. Mehr als 90 Wissenschaftler, Experten und Naturfreunde zeigten großes Interesse an der bikommunalen Konferenz. Auf die Insel Zypern wurde dabei ein besonderes Augenmerk gerichtet, weil die Insel vom Klimawandel und der globalen Erwärmung wegen ihrer geographischen Lage besonders stark betroffen ist.

 

Die Konferenz begann mit einem Grußwort des deutschen Botschafters, Dr. Gottfried Zeitz, und der anschließenden Eröffnungsrede von Eckart Kuhlwein, früherer Parlamentarischer Staatssekretär und Klimapolitiker der Deutschen NaturFreunde. Kuhlwein führte in die allgemeine Problematik des Klimawandels mit Bezug auf die bevorstehende Kopenhagen-Konferenz und die Erkenntnisse des IPCC ein. Während der gesamten Konferenz präsentierten ausgewählte Wissenschaftler und Experten aus Deutschland und Zypern ihre Forschungsergebnisse und ihre Projekte zum Klimawandel und dessen negative Folgen für die Biodiversität, für Flora und Fauna und die Umwelt insgesamt.

 

Aktuelle Forschungen zeigen, dass der Klimawandel schon heute eine direkte und negative Auswirkung auf Zypern und die Menschen auf beiden Seiten der Green Line entfaltet. Das betrifft vor allem die Wasserversorgung, die Energie, den Verkehr, die Landwirtschaft, die Ökosysteme und die Gesundheit auf der ganzen Insel. Die Erkenntnisse zeigen mit aller Deutlichkeit, dass Zypern schon heute einen hohen Preis für die Versäumnisse im Klimaschutz in der Vergangenheit zahlt. "Die Dürreperiode von 2008 auf der ganzen Insel ist der deutlichste Weckruf für Zypern - der Klimawandel ist schon da und die Zeit zum Handeln ist jetzt," sagte Professor Lange vom "Energie-Institut Zyperns". Und Dr. Engin Karatas, Geschäftsführer des DZF, fügte hinzu: "Natur kennt keine Grenzen und die Probleme, denen beide Seiten gegenüberstehen, sind dieselben." Die Diskussionen mündeten in der wissenschaftlich fundierten Feststellung: Sowohl Wasserknappheit als auch der Temperaturanstieg würden in Zukunft die größten Probleme auf der Insel darstellen.

 

Diskutiert wurden auch die Notwendigkeit von alternativer Energieversorgung und die Möglichkeiten für die Nutzung von Sonnen- und Windenergie auf Zypern. Im Verlauf der Debatten unterstrichen die Wissenschaftler die Bedeutung der bevorstehenden Klima-Konferenz in Kopenhagen. Mehves Beyidoglou, Vorsitzende der Friends of Nature Cyprus, drückte es so aus: "Eine Lösung in Kopenhagen ist entscheidend. Alle Länder müssen jetzt die notwendigen Schritte ergreifen, wenn sie unsere kostbare Umwelt schützen und die Zukunft folgender Generationen bewahren wollen."

 

Besondere Aufmerksamkeit, auch in den Medien, wurde einem Projekt für die Green Line zuteil, das von Dr. Anna Grichting vorgestellt wurde. Ihr Projekt stellt eine Vision dar, wie die biologische Vielfalt dieser unberührten Landschaft in Zypern gerettet werden, und wie sie in ein Modell für die Integration verschiedener Aspekte nachhaltiger Planung verwandelt werden kann - mit Wassermanagement, Landwirtschaft und Öko-Tourismus. Das Projekt hat weltweit Vorgänger, etwa im "Grünen Band" entlang des früheren "Eisernen Vorhangs" und dem sogenannten Mauer-Park in Berlin, wo Bürger ein Projekt für einen öffentlichen Park im früheren Niemandsland zwischen Ost- und Westberlin initiiert hatten.

 

Auf einer abschließenden Exkursion wurden einige der Naturschutzgebiete auf Zypern besucht - mit Schwerpunkt auf endemischen Pflanzen.

Eckart Kuhlwein, Vorsitzender

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